Handelsregister beantragt

Die Geldtransfers gestalteten sich etwas eigenartig. Im Vorfeld der Reise zum Kaufvertragsabschluss hatte ich das Geschäftskonto in Deutschland auf ein Premiumkonto umgestellt. Ein Grund dieses Konto-Upgrades war die Tatsache, dass künftig auch ein Fremdwährungskonto Vertragsbestandteil sein würde. Dieses richtete ich für die Währung NOK ein. Auch das Übertragen von einem Konto mit €-Währung auf das Konto mit norwegischer Währung ging reibungslos und ohne Zusatzkosten, zum aktuellen Tageskurs, über die Bühne. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für unsere kompetente und zuverlässige Geschäftskundenbetreuerin von der Commerzbank.

Doch womit ich nicht rechnete, war der vermeintliche Diebstahl von meinem NOK-Konto: Ich hatte in Tromsø ein Geschäftskonto für Mikkelvik eröffnet, um für die frisch gegründete “Mikkelvik Eiendom AS” die Stammeinlage einzahlen zu können.

Diebstahl in einem fremden Land?

30.000 NOK müssen nachgewiesen eingezahlt sein, um im Handelsregister registriert werden zu können. 30.000 gingen in Deutschland auch auf die Reise, doch es kamen nur 29.950 Kronen auf unserem neuen norwegischen Konto an. Somit konnte mir der Bankangestellte auch keine Bestätigung zur vollständigen Einzahlung geben. Auf meine Frage, ob es denn doch Gebühren für den Empfang von Geldtransfers aus dem Ausland gebe, bejahte er. Daraufhin intervenierte ich, begründet auf der Tatsache, dass ich mich im Vorfeld gerade nach diesem Fakt erkundigt hatte. In einer E-Mail hatte ich noch immer die Gebühren-Verneinung einer Filialleiterin aus Hansnes. Ihre Aussage übermittelte ich an unseren Bankmitarbeiter. Seine Reaktion fiel nicht zu meiner Zufriedenheit aus. Er schrieb nüchtern: “Da haben Sie eine falsche Information erhalten.”

Danke für die Information, dachte ich, und beließ es selbstverständlich nicht dabei. Ich übermittelte diese Konservation dem Bankchef dieser Filiale, mit dem Erfolg, dass nun bis zu diesem Tag alle Transfergebühren erstattet werden. Das war auch gut so, denn auch der Kaufpreis war bereits nach Tromsø übertragen worden.

So kam ich endlich zu meiner Bankbestätigung und der Onlineregistrierung im Handelsregister stand nun nichts mehr im Wege, dachte ich. Auch hierbei gab es eine Hürde: Online registrieren geht nur, wenn man eine norwegische ID hat. Entweder eine Bankcard oder eine sonstige Personen Identifikationsnummern. Weil wir aber beides noch nicht haben, bleibt also aktuell nur der umständliche und teurere Weg des Papierantrages.

Bestens beraten

Zwischenzeitlich habe ich in zwei Foren Profile und Threets eröffnet, um dort ein wenig das Online-Marketing anzukurbeln. In einem Forum „Trolljentas-verden.no“, traf ich auf ein Nutzerprofil namens <Emil>. Dieser Nutzer äußerte sich dort zu norwegischen Steuerfragen. Beim näheren studieren seines Profils sah ich, dass dies ein deutscher Auswanderer ist, der in Norwegen eine Zulassung als Steuerberater hat. Ich ging auch auf seinen Blog und stellte dort im Kontaktformular meine noch offenen Fragen zum Handelsregisterantrag. Bereits am nächsten Tag hatte ich auch prompt eine Antwort von ihm im Postfach. Er wies mich auf einige Besonderheiten hin und teilte mir auch mit, dass wir gern mal telefonieren könnten.

Am selben Tag noch nutzte ich die Gelegenheit und rief ihn an. Sämtliche Fragen zum Vorgang konnte er sofort beantworten und ich entschloss mich spontan zur Zusammenarbeit.  Ich vereinbarte mit ihm, dass er die Online-Registrierung für uns übernehmen solle. Ich hoffte somit Fehler durch meine Unerfahrenheit zu umgehen und damit auch Zeit zu sparen. Wir einigten uns auf einen moderaten Preis und ich übersandte ihm alle vorbereiteten Formulare. Schon am nächsten Tag war alles perfekt. Ich erhielt von ihm Korrekturvorschläge für die Gründungspapiere und alle Anträge unterschriftsreif vorbereitet via E-Mail. Ich entschloss mich umgehend dazu, ihm die gesamte Steuerberatung für die neue Firma zu übertragen.

Für unser Projekt die beste Kombination: das Know How einer großen Kanzlei im Rücken (er arbeitet dort seit einigen Jahren) und die deutsche Sprache zur Erklärung aller steuerlichen Belange.

Jetzt, einen Tag später bin ich heilfroh, dass mir dieser Kontakt einfach so „über den Weg lief“. Endlich ist auch dieses Thema „Handelsregisteranmeldung“ ziemlich perfekt gelöst und zudem sind wir auch steuerlich gut und vor allem verständlich beraten.

 

 

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